Die neue Poker Werbung "Wir sind Poker"
- Details
- Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, 15. Februar 2012 06:45
Seit dem Aufstieg von Texas Hold em zum globalen Massenphänomen hält sich auch die mediale Präsenz des Pokersports kaum noch in Grenzen. So überrascht es kaum, dass PokerStars, seines Zeichens die bekannteste Poker-Plattform der heutigen Zeit, in regelmäßigen Abständen eindringliche Werbebotschaften in das Web 2.0 entsendet, um damit den Status Quo weiter zu stärken.
Damit ist klar, wovon die Rede ist, nämlich vom Werbespot namens "Wir sind Poker", der mehr als nur ein Slogan ist, sondern ein kollektives Bekenntnis zum modernen Pokern.
Nachdem der Werbespot für weltweites Aufsehen sorgte und auch außerhalb der Pokerszene schnell zum Kult wurde, bleibt der nüchternen Analytik bloß noch die Frage: Was macht diese Werbung eigentlich so gut?
Mission erfüllt: Pokern als Lebensgefühl
Der Grund für den Erfolg einer Werbung liegt stets im Effekt, den sie erzielt. Auch die Erschaffung von Trends spielt hierbei eine Rolle. Diese können auch rein verbaler Natur sein; in diesem Fall äußern sie sich als leichtgängige Slogans, deren Verbreitung von Mund zu Mund beinahe automatisiert geschehen. In diesem Zusammenhang drängt sich natürlich gleich die Phrase "Nacho gegen Brasilien" auf, womit die Grundstimmung, die mit dem gesamten Spot assoziiert wird, bereits ziemlich treffend beschrieben wird.
Stichwort Assoziationen: männlich orientiert, geschlechtsübergreifend inszeniert
"Wir sind Poker" lebt, wie praktisch jede Werbung, in erster Linie von den enthaltenen Emotionen. Diese wiederum werden durch das gelungene Zusammenspiel von Bild und Ton in Szene gesetzt; vor allem sind es jedoch die visuellen Eindrücke, die haften bleiben. Passend zur eher melancholischen Textpassage des Sprechers fügt sich somit das Bild des einsamen Wolfes ein, der durch die nächtliche Wildnis zieht, sichtlich ausgehungert und nur wenig guter Dinge.
Dieses kurze Impression führt auch gleich zur ersten Essenz des Spots, nämlich einem Gefühl, das den meisten Pokerspielern durchaus bekannt sein dürfte: Ich, ganz alleine gegen den Rest der Welt. Die kurz darauf eingestreuten Bilder von leichtbekleideten Schönheiten und der stetig steigenden Spannung bekräftigen in der Folge weiterhin die Andeutung des uralten Jagdtriebes, deren Grundzüge auch auf das Modell Poker anwendbar sind.
Der Rest ist vor diesem Hintergrund nur noch Formsache: eine angespannte Bevölkerung, deren gesamtes Augenmerk sich bloß auf das entscheidende Duell am Pokertisch richtet, untermalt von der Nennung des wichtigsten Begriffes in der gesamten Pokerwelt: all in.
Die Synthese: We are Poker.
Der Spot endet schließlich so, wie es nun einmal in der Natur des Pokerns liegt: mit einem lachenden Sieger. Nacho Barbero auf der einen, die namenlose Allgemeinheit auf der anderen, jedoch nicht gegenüberliegenden Seite lösen schließlich auf, was das Herz des Pokerns wohl ausmacht: Emotionen, Ausbrüche und Erfolgsgeschichten am Rand der Extremerfahrung, wie sie nur der Pokersport schreiben kann.
